Home

...und weitergeht:


It's so nice...

Das war eine komische Sache mit der R1. Stand sie eine Weile, wurde sie mir - wie soll ich das erklären - un-ge-heuer?
Nach dem Schließen der Kupplung dachte ich nur:
Mann ist das geil!
Dieses Motorrad ist - zumindest für mich - schwer zu beschreiben. Einerseits habe ich ordentlich Respekt (Respekt1 :-) vor diesem Mopped, andererseits zwingt sie einen zum mit "Mitmachen". Es ist ziemlich anders, als sich mit einem hemdsärmeligen Geländehüpfer mehr oder weniger um die Kurven zu lügen. Man muss schon gut peilen, damit kein Unheil passiert. Wo auf der Hausstrecke bisher keine Kurven waren - kamen auf wundersame Weise jede Menge "hinzu"...

Die R1 hat einen gewaltigen Schub und suggeriert einem nicht ganz so schnell zu sein, wie man tatsächlich ist. Das ist nicht ohne und man sollte für diese kleine Eigenart im "öffentlichen" Strassenverkehr immer einen Tick Reserve überhaben. Die Kraft mit der dieses Teil einen "mitnimmt" machte mich jedesmal sprachlos. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man/frau dieses Teil auch nur halbwegs StVO-konform über die Strassen treibt. 
Schnitt - ich habe die R1 verkauft. Darüber später nochmal was.
...und somit bin ich doch wieder Back to the Roots.
Die Tenere für den Urlaub und für alles dazwischen die Baghira und die TTR mit großem Tank und groben Stollen für die Ausflüge ins Unbekannte Oder...?


...with her ;-)


Die nächste Kurve 
kommt bestimmt...

...28.09.04: Also oder! Das aktuelle Trio umfaßt die Tenere, die TT600 und - noch einen kleinen Vierzylinder... FZ6, gute Güte, was für ein ffflotter Flitzer! Subjektiv sind das schlagartig deutlich mehr als nur 50 PS-Zuschlag auf die Baghira! Feiner, geschmeidig düsender Vierzylinder für die langen, schnellen Strecken... Mal eben ein paar hundert Kilometer am Wochenende per Express in die Berge oder sonstwohin - kein Vergleich zum mitfühlenden XT-Tempo ;-)
Es ist einfach klasse diesen wunderbaren Motor fliegen zu lassen. Hängt gierig am Gas - droht aber nicht ständig mit der Keule. Es macht mir einen diebischen Spaß, derart unterschiedliche Motorräder zu fahren. Trotzdem -  auf der ollen Tenere muss ich breiter unter'm Helm grinsen. Sind wir nicht alle ein bißchen – XT?


Fährt jemand gerne nachts Motorrad? 
Also ich schon - und zwar überaus gerne. Die ganze Welt schrumpft auf den Lichtkegel vor einem zusammen, konzentriert sich auf den notwendigen Bereich des Asphalts. Links und rechts begrenzt durch reflektierende Katzenaugen künstlicher und manchmal auch natürlicher Art. Einiges ist jetzt anders. Irgendwie ist das Brummen des Motors nun wichtiger geworden und man fährt in gewisser Weise innerhalb einer kleinen, autonomen Welt durch die Dunkelheit da draußen. Wenn man sonst schon auf dem Motorrad "alleiner" (im Sinne von garnicht mal isoliert) ist, als in jedem Mehrspurvehikel, so ist dieses Gefühl nachts noch viel stärker. Im Grunde hat sich räumlich überhaupt nichts verändert - aber der Raum ist weg.
Von außen betrachtet eine fast rührige Situation: Vor nicht allzulanger Zeit vom Baum geklettert, offenes und stinkendes Feuer auf eine Wolframbirne konzentriert, schraddelt Homo Sapiens nun auf einem Zerknalltreibling mit üblem Wirkungsgrad über luxuriös befestigte Wege durch die Nacht...



MZ 1000SF...


...und die schicke 1000S...

...on Tour

...und dann gibt es da diese schönen Mopetten eines erfrischenden Krad-Herstellers aus dem Osten Deutschlands. Wie wunderbar alternativ: 

FZ6N vs 1000SF

Eins vorweg - ein Motorrad ist ein Motorrad ist...
Rangieren - Emme erheblich LKWmäßiger mit sehr viel größerem Wendekreis und spürbar mehr Masse. Stellt euch eine Wendesituation an/auf kleiner Landsraße vor - "in mehren Zügen" heißt das dann.
Sitzposition - was für große Buben und Mädchen. Ich persönlich bringe meine Beine hier noch besser unter als auf meinem Mädchenkrad. Lenker auch gut (nur leicht) gekröpft. Prima.
Instrumente die den Namen verdienen - welch’ eine Wohltat gegenüber dem Spielkram an der FZ6.
Starten - so soll es sein, vergessen wir’s gleich wieder. (Dennoch, FZ6 noch perfekter)
Motorsound - geil und wird gleich noch voller werden, wenn die Töpfe erst mal heiß sind...
Losfahren - easy going, legt gleich los, ob mehr oder weniger Newtonmeter als andere, egal, kommt flott aus dem Quark. (FZ6, da muß man an der Ampel mehr aufpassen, dann egal...)
Schaltung - extrem gut! SEHR leicht und präzise!
Bedienkräfte - Kupplung (hydraulisch, präzise), Bremsen, alles recht leicht. FZ6 aber auch. Schaltung sehr kurze Wege - und läßt sich so gut wie ohne jede Widerstände ohne Kupplungshilfe hochschalten. 
Motor - läuft bei längstens 4000 U/min im Letzten sehr brauchbar rund. N’ bißchen zukkelig in der Ortsdurchfahrt. Egal. (Hier fährt die FZ6 lässigst auch völlig untertourig ohne zu murren). Dennoch (MZ) kommt man aus engen Kurven sehr gut weg!
Je mehr man das Messer mal zwischen die Kiemen nimmt, wird der fette Twin zum Freund. Schiebt ab 5000 U/min für die nächsten 4000 U/min wunderbar satt an. FZ6, wissen wir alle, Zahnbohrer arbeiten nur bei voller Drehzahl  - aber dann...
Fahrwerk - große Unterschiede! "Gute" Straßen, große und mittlere Radien, äußerst satte Straßenlage. Bestens. Nicht zu überfordern (jedenfalls nicht von mir) Gute Handlichkeit, aber schon deutlich weniger als bei FZ6. Kleine Radien, rappelige Fahrbahn - das Bild kehrt sich sofort komplett um! Hier hat die FZ6 erheblich mehr Reserven! Die MZ verliert hinten mitunter sogar den Fahrbahnkontakt, keine satte Traktion mehr. Gabel taucht bei’m starken Bremsen recht stark ein, aber fast 40 Kg mehr drücken da eben nach vorne, klar. Sonst Gabel gut. (Die MZ ist indes voll einstellbar und da geht bei etwas Probieren sicher mehr)
Bremsen - vorne - Sahne. Ohne Makel. Hinten, na ja, schleift halt mit, mehr brauch’, will ich da eh nicht.
Optik - gefällt mir äußerst gut! Zum Verlieben! Herbe Technik, dicke Schläuche, fast alles offen, wunderwunderschöne Front. Witzigste Kommentare bei verdeckter Beobachtung vor den Cafes. -->

Typ1: "DAS ist eine MZ?"
Typ2: (Verblüffend scharfsinnig) - "Steht doch d’rauf!" Gröööhl...

Kurzum: Die MZ ist ein geiles, allerdings (noch?) recht selten zu sehendes Motorrad und macht zweifelsohne bei längerer Benutzung süchtig. Das Krad läßt sich "richtig" schnell fahren, ist ergonomisch verdammt gut gemacht - und macht mir sogar mehr Spaß als die Yamaha. (Ja) Der Auffälligkeitsfaktor ist in jeder Hinsicht sehr viel stärker als bei dem Yamaha-Massenkrad. (Was natürlich niemand brauchen tut...)
...und dennoch - das ändert nix daran, daß die FZ6 das flinkere Motorrad ist, mit dem - zumindest ich - den Großteil des Straßennetzes schneller und lässiger hinter mich bringen kann - als mit der MZ... Der dramatische Drehmomentunterschied tut da nicht mal was zur Sache, weil, gerade wenn’s flott voran geht, sowieso der leistungsintensivere Drehzahlbereich anliegt - und da spannt die FZ6 sogar einen recht weiten Bogen, den man sehr gut nutzen kann. Zudem läßt sich das deutlich leichtere, kompakte und richtig gut abgestimmte Fahrwerk der FZ6 über und durch alles mögliche prügeln, wo die MZ - durchaus spaßig - schon mal aufgeregt mit dem Hinterteil hoppelt. Die FZ6 kann mit hohem Kurventempo durch alle mögliche Radien rollen und ist immer irgendwie noch zu Richtungswechseln bereit. Natürlich schießt man sich nach ein paar tausend Kilometern auf jede Moppette ein - aber die grundsätzlichen Unterschiede bleiben doch deutlich.
Irrational betrachtet möchte ich sofort die MZ haben, SUPERGEIL - nüchtern an den Fahreigenschaften und dem dazu betriebenen Aufwand! orientiert, sprechen für die FZ6 mehr Gründe. Noch... Aber diese 1000er...
Das Dilemma beschäftigt mich... Wie quälend... Ein Motorrad ist...

Hat mich beschäftigt – mittlerweile ist mir die große MZ doch sehr ans Herz gewachsen. Bitte bei dieser Beschreibung nicht völlig vergessen, daß es hier ja noch immer – fast – ausschließlich um Motorräder geht.

Nochwas zur 1000er:
Natürlich ist der Motor kernig - aber das Gerede um schlechte Fahrbarkeit in 30er-Zonen ist selbst bei der 1000S Quatsch. Ein Vierzylinder kann das generell besser. Der Bollermann will in den ruhigen Passagen doch auch nur etwas zärtliche Zuneigung per Gashand...
...und ein etwas ausgewogener Bass bewirkt offenbar eher interessierte und garnicht böse Blicke in urbanen Gegenden...
Ich hoffe, daß ich nicht mehr auf's Krad komme, wenn die ersten E-Motoren mit Akkustik-Generatoren in Motorrädern auftauchen...
Das Jahr 2006 begann also mit der MZ und der mich sowieso immer begleitenden TT/XT.

...und doch wieder ein fetter Einzylinder, mania eben...


Motorradfreundlicher 
Oktober '05...

...und weniger kradfreundlicher Mai '06

Ende, Aus, Schluß, Schade :-( <-> Gottseidank vorbei!