Home Stand: 09/11
|
Sehr umfängliche Seite Motorangs:
|
Sämtliche
Angaben ohne Gewähr! (Wer selbst schraubt - ist auch selbst
schuld ;-) Schaut auch
bei meinen TT-Tipps
nach - vieles ist analog zur XT. |
Ein wenig allgemeines zur 1VJ:
Es ist öfter im
web zu lesen, dass die 1VJ per Original-Luftfilterkasten „abmagern“
würde. Das ist reiner Unsinn. Gerade dann, wenn die Ansaugtemperatur
steigt, verringert sich der O2-Gehalt, das Gemisch wird
eher fetter. Die Originalbedüsung war – bei unverändertem
Ansaugweg - leistungssmäßig gut. Yamaha hat mit der fetteren
Nachrüstbedüsung nur hilflos versucht, die Verbrennungstemperatur
zu senken. Allerdings macht es Sinn, die Ansaugung 3AJ-like zu
gestalten. Eben - um mehr Sauerstoff zu kriegen... Es gibt auch
keinen zwingenden Grund für ein tieferliegendes Schutzblech. Ein
vorne schmaleres und hinten kürzeres, mit ein paar Löchern drin,
reicht völlig aus. Bei der Umgestaltung des Ansaugweges sollten die
Ableitflügelchen unter'm Luftfilterkasten entfernt werden, ebenso
die – dann sowieso „toten“ - Schnorchel, um mehr Kühlluft über
den – dahinterstehenden - Zylinderkopf zu führen. Sollte der
Originalmotor (Zylinder K34-01) bereits ersetzt sein, steht auch mehr Kühlfläche
(K34-03) größere Kühlrippen) zur Verfügung. (Zylinder 3AJ-00 haben nochmals etwas größere Rippen, als K34-03)
Die Originalbedüsung der 1VJ
ist nach Umgestaltung des Ansaugweges, insbesondere, wenn der
Kastendeckel fehlt, dann allerdings eher (zu) mager. Es kann schon
schwierig sein, den Leerlauf schön rund einzustellen, bzw. kann die
Gasannahme etwas ruppig sein. U.U. sollte die Nadel des
Primärvergasers eine Nut höher eingehängt werden. Einfach 'mal
testen.
Wer sich so ein
Schätzchen besorgt, sollte nicht unbedingt davon ausgehen, daß der
Vergaser und seine Bestückung original sind. Ebenso gibt es
Unterschiede in der Sekundärübersetzung. Z.B. hat die 88er 3AJ noch
die gleiche Sekundärübersetzung, weil der Primärantrieb noch wie
bei der 1VJ übersetzt ist. Gleich, welcher Motor drinne ist – eine
womöglich noch vorhandene, grob verzahnte Ausgangswelle ist etwas
kritisch. Auch weil u.U. dann noch ein uraltes Getriebe drinsteckt.
Die Luftfilter 1VJ/3AJ und deren Käfige sind auch unterschiedlich.
Also bei der Ersatzteilbeschaffung den Überblick behalten :-)
Das
Motorschutzblech kann durch ein Geröhr der 2KF oder anderen ersetzt
werden, um auch hier mehr Kühlung zu erreichen. Allerdings ist dann
der Schutz vor spitzen Fiesheiten dahin. Löchern des Blechs ist eine
gute Alternative. Die Öltemperatur-Paranoia habe ich schon lange
hinter mir – die 1VJ läuft genauso zuverlässig wie alle anderen
XTs auch. Wobei u.U. Abstriche für den originalen Motor gemacht
werden könnten.
Tank. Nach Erwerb
einer unbekannten 1VJ jedenfalls den Tank inspizieren. Starker Rost,
innen, dürfte selten sein. Aber oft hat sich ein oder haben sich
gleich mehrere Siebe „befreit“. Viel Spaß bei'm anschließenden
Tank-Shake :)
-
Plastics
Der
rechte Seitendeckel wird etwas rar. Linke konnte ich - bis vor kurzem
jedenfalls – ohne Dekor, noch von Yamaha ordern. Die Beklebung läßt
sich leicht selbst herstellen. Schöne, sehr gute Faltenbälge mit
Originallook gibt’s etwa von CEMOTO.
Fehlersuche:
Fangt
nicht irgendwo an! Nehmt die Spur immer nur an einem Ende auf. Z.B.:
Spritversorgung vom Tankdeckel bis zur (nassen?) Zündkerze oder von
der Stromspule bis zur Zündkerze. "Geniale" Fehler sind
selten...
Nachstehend nur eine kleine Auswahl möglicher Probleme
:-)
-
Elektrik
- Alle Kontakte ok?
Insbesondere: Die Steckkontakte an der Zündspule verlieren gerne den
festen Kontakt und können zu heftigen Zündaussetzern führen.
-
Seitenständer (Schalter mal überbrücken)
- Zündschloß,
Wackler?
- "Kill"-Schalter, Wackler?
- Zündkerze
und Stecker fit? Komplett durchgenäßte Porzellankörper können
defekt gehen. Mal IN die Kerze zwischen Masse und Porzellankörper
schauen, ob da der Funken fliegt – oder einfach gleich eine Neue
nehmen...
- Spannungsregler, Masseanschluss?
undund...
-
Komponenten wie CDI und Zündspule lassen sich auf temperaturbedingte
Fehler auch im Stand testen, indem sie gezielt mit einem Fön ewärmt
werden. Das kann einen längeren Fußmarsch ersparen ;-)
-
Vergaser
-
Ansaugstutzen porös oder gar ganz ab? (Sehr heikel und sehr
überprüfenswert)
- Benzindurchfluss, insb. das Feinsieb
vor dem Schwimmernadelventil? Noch 'n Schleimi
![]()
-
Choke-Kolben festgegammelt?
- Desmodromik im Primärvergaser
lose?
- Hauptdüse(n) losgeschüttelt?
- Membran im
Sekundärvergaser verhärtet?
- Luftfilter zugeölt?
-
Schnorchel, Luftfilterkasten zu Vergasern? Alles rundum dicht?
Problem
bei hohen Drehzahlen, nach öffnen der Drosselklappe des
Membranvergasers:
- Membran verhärtet oder sogar undicht?
-
Membrankolben nicht wirklich leichtgängig - glätten und polieren
(insbesondere die Alukolben der ersten Modelle) der Wandung und der
Kolbenoberfläche kann Wunder wirken.
- Gemisch zu mager oder
total fett. Erste Orientierung nach Kerzenbild.
- Das
Ansprechverhalten der 2-ten Stufe kann durch... s.w.u.
undund...
Elektrik:
CDI, Tausch 1VJ <--> 3AJ
|
Die CDIs
beider Modelle sind untereinander austauschbar. Es sind nur ein
paar Stecker zu ändern, Kabelfarben u. Funktion sind identisch.
Die Belegungen für die zu ändernden Stecker könnt ihr den
nachstehenden Fotos entnehmen. |
-
Hallgeber, Test
Neben
der Messung der Spulenwiderstände ( ), kann die Funktion mit Hilfe
einer zweiten, intakten XT, elegant überprüft werden - ohne die
LiMa auszubauen. Moppeds nah beinander stellen. Dreifach-Stecker der
heilen XT, Hallgeberseitig, mit dem Stecker zur CDI der defekten XT
verbinden. Die beiden Kabel der Stromspule (braun/rot) auch, sonst
hat die CDI keinen Saft. Kerzenstecker der defekten XT mit Kerze auf
Masse legen. Zündung an beiden XT einschalten. "Spender-XT"
"starten", kann ja nicht laufen :-) Jetzt muss es an der
anderen XT an der Kerze bizzeln - andernfalls ist der Hallgeber ODER
die Stromspule defekt.
-
Lichtmaschine
Ist
eine XT in die Jahre gekommen, wird ein Ausfall der LiMa
immer wahrscheinlicher. Wer mit einer XT der etwas älteren Baureihen
einen längeren Urlaub vor hat, sollte eine vorsorgliche Neuwicklung
der Spulen in Betracht ziehen.
Test1: Messen der Ladespannung.
Sollte bei voller(!) Batterie und erhöhter Drehzahl unter
Last/Verbraucher(!) auf ca. 14 V kommen.
Test2: Sofern der
Isolations-/Widerstandswert der Spulen irgendwo zwischen 2 und 20
MOhm liegt, besteht kein Handlungsbedarf.
Die
Zündstromspule (nur alle XT bis 2KF/3AJ), geht auch gerne irgendwann
platt. Für die unverschämt festsitzenden und butterweichen
Kreuzschlitzschrauben im Lima-Deckel nur absolut passende
Schraubendreher nehmen!
Sehr gute und günstige, Adresse für's
Wickeln der Lade-
und Stromspulen:
Kalkbrenner
Elektromotorenbau, Am Gelicht, 35279 Neustadt, Tel. 06692-918515,
Jürgen Neumann, emb_kalkbrenner(add)online.de
-
Getriebe- und Kupplungsarbeiten
Wenn der
Abnehmer fehlt - einige Muttern lassen sich lösen, indem mit einem
simplen TUCH die Getriebezahnräder gegeneinander gesperrt werden.
-
Starten
Vor
dem Abstellen des Motors - so die letzten 100-200m - den Benzinhahn
schließen. Beim nächsten Start läuft dann ein bißchen frischer
Sprit in den Vergaser. (Die leicht verdampfbaren Benzin-Bestandteile
verdunsten schnell aus dem warmen Vergaser nach dem Abstellen). Bei
dauernden Kaltstart-Problemen - Ventilspiel nicht zu gering? Alle
Mythen über Probleme bei'm Ankicken der XT/TT-Motoren sind
unsinniges Stammtischgerede. Wenn der Motor noch ein bißchen
Kompression hat und der Vergaser sauber ist, ist der Motor auch per
Hand (2,4
MB-Clip), zu starten.
Worauf es ankommt, könnt ihr erkennen? Blind den
Kicker soweit drücken - eventuell nochmal - bis ein deutlicher
Widerstand zu spüren ist. Die Kurbelwelle hat jetzt alle 4 Takte vor
sich. Jetzt wieder hoch um vollen Hub zu haben und rasch "treten".
Der Kraftaufwand ist jetzt nur gering. Der automatische
Ventilausheber entsorgt den Rest Kompressionsdruck bevor die
Kurbelwelle ihre erste Rundreise mit anschließendem Verdichtungstakt
mit Schwung aufnimmt.
-
Krümmer, Edelstahl
Der
Originalkrümmer kann durch den Edelstahlkrümmer
der
TT600E (4GV) ersetzt werden. Er muss ein paar Zentimeter gekürzt
werden. Der Innen-Durchmesser ist gering größer, als bei den
einfachen Stahlkrümmern.
-
Lebensdauer
Fahrt den Motor generell
mind. 10 km zärtlich warm - die 3AJ mit grossem Ölkühler ist dann
aber noch immer nicht voll durchgewärmt! (Haltet mal nach 5 Km die
Hand an das Ölfiltergehäuse, geschweige an das Kupplungsgehäuse,
dann wisst ihr warum...)
-
Motoröl nachfüllen
Motor/Öl muss
richtig warm sein. Gleich nach dem Stillstand des Motors Stopfen
aufdrehen und Ölstand messen. Mopped gerade stellen, ein Messfehler
wirkt sich aber aufgrund der geringen Pegelbreite in seitlicher
Richtung nur wenig aus. (Schmaler Öltank in Längsrichtung)
-
Motorölwechsel
Klar, der Motor muß auch
hierbei richtig warm sein. Wichtig - vor dem Öffnen der
Ablassschrauben unbedingt den Einfüllstopfen öffnen und die
Entlüftungsschraube am Ölfilterdeckel. Die Luft kann besser
nachziehen, so kann das Öl beim Auslaufen Schmutzreste besser
mitnehmen. Naja, vielleicht halt – es gibt auch Schrauber die
bewußt kalt ablaufen lassen.
Bei ordentlichen XTs (also welche
mit Kicker ;-), sollte die Möglichkeit genutzt werden, das frische
Öl durch Kicken ohne Zündung im Motor etwas zu verteilen.
(Natürlich geht das auch mit den E-Modellen, wenn die Zündkerze
draußen und geerdet ist)
Sinn macht das, um sicher zu stellen,
daß der Ölkreislauf entlüftet ist, ohne Schäden durch mangelnde
Schmierung bei laufendem Motor zu riskieren.
Achtung
- wird mit
kaltem Öl gleich komplett aufgefüllt, wird kurze Zeit später einen
Großteil des Öls im Luftfilter wiederzufinden sein. Die
Volumendifferenz zwischen kalt und warm macht leicht 0,2 l aus.
...und KEIN Autoöl nehmen. Fazit jahrzehntelanger Forschung -
Hauptsache es ist ÖL DRIN und ein mineralisches 20/W40 (oder 10/W40 im Winter) reicht völlig
aus.
-
Polrad abziehen
Tolle-Kedokappe vor Gebrauch und nach "Gebrauch". Besser: Die Mutter halb auf den Stumpf drehen, 2 passende U-Scheiben als "Gleitmittel" dazupacken, aus. Wenn man etwas Zeit hat - entschärft sich das Abziehen um einiges.
Weil - jedes Material "fließt". Ich mache es so, daß ich den Abzieher
ein paar Stunden unter Spannung seiner Zugkraft überlasse. Dann den Fön
ansetzen und - peng! Hat bisher immer so funktioniert.
-
Primärritzel
Heftiges Klackern,
insbesondere bei Gaswegnahme, Nähe Leerlaufdrehzahl, kann
von einer gelösten 36er Mutter des Primärritzels auf
der rechten Kurbelwellenseite herrühren. Zweite Möglichkeit für
ähnliche Klackergeräusche kann an der über der Kurbelwelle
liegenden "losen" Ausgleichswelle liegen.
Hier
ist die 36er Mutter und das Sicherungsblech entfernt. Die Nuten-Feder
ist zu sehen.
-
"Tuning"
Bisher hielt ich das
für Voodoo: Ölzusätze. Hab's trotzdem probiert. "FIN 25"
heisst das Zeugs und es ist tatsächlich wahr. Die XT rennt schneller
und tut sich beim Starten leichter. Kupplung macht keine Probleme.
Hardware-Tuning:
|
"HiHa“-Nocke
|
-
Übersetzung(en)
Original hat die
1VJ eine Sekundärübersetzung von 40/15 = 2,667. Dies gilt aber nur
für die Fälle, daß die Original-Motor-Möhre drin ist, oder
höchstens der Motor der 88er 3AJ. Alle anderen (E)-Motoren haben
eine andere Primärübersetzung die für den Sekundärantrieb 45/15
verlangen. Grundsätzlich wäre es für einen Original-Trieb(!)
möglich, auf neuere Motoren auf ein „langsameres“ Getriebe
umzumodeln, nur – wer will das?
-
Ventilspiel
Der
Motor muß vollkommen abgekühlt sein. Einlaß 0,07 mm, Auslaß 0,12
mm ("Alte" Zylinderköpfe) einstellen. Neuere (ab 3TB)
0,05/0,1mm. Nach dem Einstellen nochmal den Motor in Fahrtrichtung
durchdrehen, und das Spiel nochmals kontrollieren. Wer nicht 100%
Gefühl für das Durchziehen der Fühlerstreifen
hat, sollte sich nicht ganz so eng an die untere Spiel-Grenze wagen.
Es besteht sonst die Gefahr überhitzter Ventile. Andererseits macht
der Zylinderkopf dann wieder mehr Radau...
Vergaser:
Abstimmung
mit "Hausmitteln" Achtung - echtes Zeitgrab
;-)
Eins vorweg: Eine 20-jährige XT hat oft einiges durch. ...öfter auch andere Vergaser mit individuellen und/oder verschlissenen Düsen und Nadeln, platter Membran. Hinzu kommen geänderte Ansaugwege , Luftfilter und Auspuffanlagen. Es gibt also selten „die“ Abstimmung. Online, so „forenmäßig“ sowieso nicht. Wird aber öfters erwartet :-) Vergeßt also dezidierte Angaben zu Düsengrößen und Nadelpositionen. (Es sei denn, die „Umgebung“ ist genau bekannt) Letztere gibt es im Übrigen in etlichen Variationen für die XTs – selbst innerhalb einer Baureihe. Also, es bleibt nix, man muß schon selbst probieren und deshalb sollte bei den Hauptdüsen angefangen werden und guckt dann weiter bis „unten“ durch.
...und noch etwas: Oft sind es völlig andere Ursachen für Leistungsverluste, Stottern usw. - als erwartet...
0.
Für einen Aus- und Einbau des Register-Vergasers
ohne Brechmittel ist das Entfernen des linken Ansaugstutzens
persönlich sehr empfohlen.
1. Sofern Ansaug- und Abgasweg dicht
sind, ist es eher positiv, wenn es im Schiebebetrieb 'mal patscht.
Große Einzelbrennräume neigen – trotz Air-Cut-Ventils oder
Schubanreicherung – mitunter dazu. Die Einstellung des
Leerlaufgemisches ist dann eher ok.
Das "Patschen"
kommt NICHT von einem fetten Gemisch, sondern von einem etwas zu
mageren
Gemisch. Es kommt
zu Verbrennungsaussetzern. Die dann unverbrannten Gase sammeln sich
im Krümmer/Auspuff und entzünden sich an der heißen Wandung.
2.
Ich würde beim Fehlen von Prüfstand und Sonde so vorgehen: Große
Hauptdüsen (in Anlehnung an die für den jeweiligen XT-Typ
vorgesehenen), rein und eine lange Steigung unter Volllast
hochfahren. Testfahrt nicht unbedingt bei Frost und auch nicht bei
35° C. Schau'n, was das Kärnchen bringt. Hauptdüsen etwas (um
„2,5“-“5“) kleiner und den Spaß wiederholen. Irgendwann
verschlechtert sich das Ergebnis. Dann ist's eindeutig zu mager.
Schlimmstenfalls hört man ein feines "Ticken" unter Last.
Vorsicht! Das kann schon Frühzündungsklingeln wg. Überhitzung
sein. Also zurück zu den nächst größeren Düsen. Das werden dann
in einem solchen Fall wenigstens 10-15 Punkte insgesamt für beide
Vergaser sein. Spätestens jetzt sollte die Kerze genau untersucht
werden! 2 min Volllast, Zündung unter Last! ausschalten und lange...
warten, bis das Kärnchen anfaßbar ist...
Leider gibt das Kerzenbild
heutzutage nicht mehr viel her :-( Rückstände als Indikator werden
durch modernen Sprit fast verhindert. Mit verbleitem Sprit war das
einfacher, da hat sich ein grau-brauner Belag viel deutlicher als
Indikator gezeigt. Die Kerze darf aber keine Pickel haben, sie wird
bei "guter" Verbrennung aber ziemlich hell, fast weiss,
sein. Sogenanntes "rehbraun" wäre schon eher etwas zu
fett. (Die heutigen Benzinzusätze mindern das Ablagern von Ölkohle
und Ruß) Ist das Kerzenbild
ok, geht's weiter. (NIEMALS eine abgekühlte Kerze in den heißen
Motor schrauben!)
Der Sinn mit „Zündung aus“, liegt darin,
daß ein womöglich falsches Gemisch aus dem Teillastbereich das
Kerzenbild wieder schnell so verändert, daß keine astreine
Aussage mehr über die Hauptdüsen möglich ist. Seit gerade
unterwegs sehr vorsichtig bei'm Einschrauben der Kerze. Erst mit
Werkzeug arbeiten, wenn das Gewinde wirklich greift. Es sollte auch
kein Dreck um die Zündkerzenbohrung liegen.
3. Der Teillastbereich wird nach Gefühl eingestellt. Nadeln eher fett einhängen und dann wieder magerer, bis noch satter Durchzug da. Im Zweifelsfall aber eher etwas fett gehen lassen! Beim probieren sollte berücksichtigt werden, dass der Primärvergaser für den Bereich der niedrigen Drehzahlen logischerweise am meisten verantwortlich ist. (Die Drosselklappe des Sekundärvergasers wird zwangsgesteuert "nachgeschleppt") Für mehr Druck von unten raus, kann es sinnvoll sein, für den Primärvergaser eine etwas fettere Nadelposition zu wählen. Beim Sekundärvergaser kann man tendenziell etwas magerer einstellen. Sehr wahrscheinlich wird zumindest das Ändern der Nadelpositionen auch den Leerlauf leicht verändern. Somit muss die Leerlaufgemisch-Schraube nachreguliert werden. (Rein-/rausdrehen bis höchste Drehzahl, wieder einen Hauch zurück und Anschlagschraube ggf. wieder zurücknehmen) Bei Fehlen eines Winkelschraubers kann man sich sehr gut auch so (Stückchen Schraube d'rangeklebt) behelfen.
4.
Ein geringfügig "mager" befütterter Motor rennt zwar gut,
aber umso mehr sollte man vorsichtig mit dem Volllastbetrieb umgehen.
Wer das beherzigt, wird aber mit späterem Beschwerde-Stottern seiner
XT bei Urlaubsfahrten durch/in die Berge belohnt.
"Menü"-Vorschlag,
1VJ: (Generell kann nie gesagt werden, dass eine bestimmte
Vergasereinstellung auf andere Moppeds gleichen Typs mit Erfolg
übertragbar ist. Da spielt vielzuviel mit ein, Vergaservarianten
trotz gleicher Typenbezeichnung, Größe und Länge der Ansaugwege,
Luftfilter (Zustand), Auspuffanlage...
Vergaser,
1VJ, Ansaugtrakt wie 3AJ, ohne Schnorchel – fast alles original,
Krümmer von 4GV (Innendurchmesser gering größer als original),
Sito-Endtopf:
1VJ
|
-
Hauptdüse, Primärvergaser: - Nadel, Primärvergaser: -
Nadel, Sekundärvergaser: |
150
(Original 160) Bzw. erste Modelle mit „145“ 5X72 (Original, 3te-Nut von unten) |
Sito-Endtopf/Sebring EII,
TTR-Krümmer, Originalluftfilter, Ansaugung vor Sitzbank, ohne
Deckel. Düsennadeln, Reihenfolgen |
|
|
-
Ansaugstutzen
Wenn sich die Gummikörper vom
Alukörper gelöst haben, sonst aber noch schön geschmeidig sind,
läßt sich das wunderbar und dauerhaft verkleben. Viele Kleber, die
etwas temperaturfester sind, sind geeignet. Silikonkleber oder
Epoxidkleber z.B. Habe das bei beiden Stutzen gemacht und es hält
wie die Pest.
Hier
hat offenbar einer versucht von INNEN zu dichten?
-
Ansprechverhalten
Im Sekundärvergaser hat der
Unterdruckkolben eine kleine Bohrung im Boden. Es macht Sinn, sie ein
klein wenig zu vergrößern. 3,0 - max. 3,5 mm Durchmesser. Das macht
sich im Ansprechverhalten bemerkbar. (Hat aber nichts mit
mehr Leistung zutun).
|
Bei einem
Originaldurchmesser der Evakuierungsbohrung von ca. 1,8 mm ergibt
sich eine Fläche der Öffnung von 2,5 mm2. Bei einem
Aufbohren auf 3,5 mm ergibt sich eine Fläche von 9,62 mm2.
Das bedeutet fast eine Vervierfachung der Fläche! |
- Choke
|
Choke für TT600R/XTZ660/Baghira m. „Spitze“ |
Kein
Problem in der Ersatzteilbeschaffung: In meiner 1VJ habe ich den Choke der TT. Der vom Lenker aus zu betätigende Seilzug zieht schon 'mal Wasser, deshalb – weg damit! |
Choke für die kleineren Vergasermodelle vor TT600R ohne „Spitze“ |
-
Luftfilterkasten
Um
sauerstoffarme Warmluft zu vermeiden, muß der Luftfilterkasten der
1VJ an der Vorderseite
verschlossen werden und genau wie bei der 3AJ die Luft unter
Sitzbank anschnorcheln. Die Schnorchel müssen dann ganz weg oder
alternativ auch einfach gegen
die Fahrtrichtung
eingesteckt werden. (Das ist dann aber kaum mehr für staubige
Gegenden geeignet) Im Kasten verbleibend verkleinern die inneren
Schnorchel (auch 'rausholen!) nur das Volumen und ausserhalb stören
die Dinger wiederum die Kühlung über dem Zylinderkopf.
Auch
zu beachten: Der 3AJ-Schnorchel-Deckel paßt NICHT mit dem
Luftfilterkasten der 1VJ zusammen. Der Schnorchel kollidiert mit dem
1VJ-Luftfilter. Das Filter und dessen Haltebügel der 3AJ sind
geändert. Filter und Haltebügel des 1VJ-Kastens müssen auch
geändert werden.
Fahrwerk:
-
Antriebskette
Scheut euch nicht die Kette
nur mit "WD40" regelmäßig zu schmieren. Ich habe damit
SEHR gute Erfahrungen gesammelt. Alles bleibt sauber und die Kette
hält LÄNGER. Hierüber können wir jetzt philosophieren, aber ich
habe das an meiner TTR und der Baghira über 20.000Km mit sehr gutem
Erfolg gemacht. Sehr gute Erfahrungen auch mit billigstem Getriebeöl.
Mit Pinsel abundzu wenig auftragen.
Kettenfette? Viel Geld für
nix!
Bei der Standardübersetzung 15/40 gehen auch statt 102, 100
Kettenglieder.
-
Bremsbeläge
Lucas
MCB 568 SV (vorn)
-
Einstellung
Die Federvorspannung soweit
hochschrauben, daß belastet etwa 30 % Negativfederweg (mit Fahrer),
vorhanden sind. Vorne geht die Federbasis leider nicht zu verstellen.
(Abgesehen von der nicht zu empfehlenden Luftdruckvorspannung - die
Gabel wird bockig) Tuning für schwere Jungs: Luftpolster etwas
kleiner als 150mm einstellen und/oder kurze Blechhülsen zu den
Federn packen.
-
Faltenbälge
Gute
Qualität in passender Größe von „CEMOTTO“, habe ich bei
Gericke erstehen können.
- Federbein
|
Im Originalzustand ist die Federbasis auf die mittlere von 3 Positionen eingeclipt. Da läßt sich also ein klein wenig an Vorspannung rausholen. Bei Austausch der Federn gegen stärkere, können Spanngurte mit Spannschloß ein praktisches Low-Budget-Werkzeug für den Einbau sein. An der 1VJ ist der Tausch der Feder schon ab Normalgewicht Pflicht :-) |
Federbeinüberholung
- nicht das originale - jedes Fabrikat: Zupin in Traunreut
(Öhlins-Importeur) oder auch bei Wilbers.
-
Hinterrad, Ausbau
Vor dem Aufbocken die
Muttern der Steckachse lösen, das geht so sicherer, denn man muß
viel Kraft aufwenden. Nur lösen, noch nicht abschrauben. Motorrad
mit Wagenheber "über" den Seitenständer neigen.
-
Kettenspannung
Zum Kontrolle immer
d'raufsetzen und die strammste Stelle der Kette raussuchen. Es muss
jedenfalls gewährleistet sein, dass die Kette bei vollem Einfedern
nicht stramm wird! Im Zweifelsfall ruhig etwas mehr Durchhang lassen.
-
Kettensatz wechseln
Enorm
hilfreich bei'm Lösen der Ritzelmutter – bei noch montierter Kette
- ist, wenn man den Fußbremshebel mit einem Holz o.ä. einfach
festklemmt...
- Lenkkopflager
|
|
Weiterer
Tipp: Wenn man schonmal die obere Schale gerade draußen hat, kann
man auch dort eine kleine Aussparung am Lagersitz
reinschleifen... |
|
Einbau
|
1.
Lagerschalen und Steuerrohr mit Brücke gleich ins
Gefrierfach. ...und bloß nicht mit Fett sparen! |
-
Reifen, Luftdruck
An
der 3 AJ hatte ich den MEFO MFE 01 "Off
Road Master" für hinten gefahren. Enduroreifen für
gemischten Straßen- und Geländeeinsatz.
130/80-18 Inch: 4.60-18
Load/Speed Index 72 S tt bis 180 km/h. Luftdruck: Vorne 1,9 bar,
hinten 2,1 bar. Bei Nässe klar schlechter als der MT21.
Der
Reifen hat BEIDE Grössenangaben, alos in metrisch UND Zoll!
Als
asphaltbezogenen Allrounder sind Metzeler I und II nie ein Fehler.
Momentan bin ich mit dem Pirelli MT40 sehr zufrieden. Ein äußerst
günstiger Reifen mit erstaunlich guten Fahreigenschaften. Geht auch
bei nur wenigen Grad Celsius über Null über's ganze Profil zu
fahren. Optik gut passend zur XT.
-
Reifenwechsel
Wer den inneren Rand der
Reifen wirklich tief ins Felgenbett drückt, kann auch dicke
Rallyepneus mit kurzen Montiereisen über die Felge ziehen. Ganz
wichtig: Bei der Montage alles schön mit Talkum pudern, gerade die
Stellen in der Nähe des Reifenniederhalters! Der läßt sich dann
viel leichter in Position bringen. Unterwegs: Zum Lösen des Reifens
vom Felgenrand, kann der Seitenständer eines zweiten Moppeds sehr
hilfreich sein.
-
Seitenständer-Schalter
Immer wieder 'mal
mit Kriechöl versorgen. Der Schalter stellt den Massekontakt zur CDI
her. (Ich hatte allerdings noch nie Probleme mit dem Schalter -
ehrlich)
-
Speichen
Halten länger, wenn sie
ordentliche Vorspannung haben und in den Kreuzungspunkten mit
Kabelbindern fest "verzurrt" werden. Weiterer Vorteil:
Falls mal eine bricht, gerät der Drahtstengel nicht in die Kette
oder Bremse...
Standrohre
schonen
Staubkappen 1-2x im Jahr abnehmen und
mit Teflonfett füllen. Ohne Staubbälge: Nach dem Fahren mit Schwamm
oder Lappen kurz die Standrohre abwischen. Abundzu mal die Standrohre
um 90° in den Brücken drehen.
Sonstiges:
Benzinpumpe
...braucht kein XT-Fahrer - jedenfalls nicht in
Verbindung mit den Originaltanks :-) In den Tank passen satte 23,7 l
bis knapp unter die Halskrause - ohne Pumpenhilfe.
Dennoch sei zur Vollständigkeit bemerkt: Der Vergaser benötigt für genügend Spritzufuhr normalerweise eine gewisse Höhendifferenz zum Flüssigkeitsspiegel. Theoretisch wird es für den Rest im Tank etwas knapp mit diesem Druck.
Dekor
Falls
es 'mal am passendem Originaldekor mangeln sollte, Tipp von Achim –
das i.d.R. erhabene Originaldekor einfach sauber abpausen und
einscannen. Die gewünschten Pixel mit dem Fotoprogramm, etwa „Gimp“
o.ä., beigeben.
Dichtungen
Dichtungen
aus Papier „imprägniere“ ich vor dem Einbau mit Teflonfett ode
Vaseline. Das spart enorm Zeit, weil bei einem nächsten Mal, keine
festgebackenen Dichtungsreste auf den Dichtflächen sind und u.U.
braucht es nichtmal eine neue Dichtung. Denkt 'mal an mögliches
Schrauben unterwegs...
Handdeko
Statt
der entmündigenden Auto-Deko, läßt sich mit einfachsten Mitteln
auf Handdeko
umrüsten.
Funktioniert
viel sicherer und durchaus schneller als die „Autodeko“.
Insbesondere bei umgelegtem Mopett oder einfach so abgesoffenem
Vergaser.
Lack
Das
atemberaubend schöne Faraway-Blue
gibt es als
Lackstift und in größeren Mengen von RH.
Sitzbezüge
Habe
statt eines Original-3AJ-Bezuges einen von der 34L (lange Sitzbank),
genommen. Paßt auf den 1/10mm ;-)
Also - womit empirisch
bewiesen wäre, dass die Sitzbezüge
aller Teneres untereinander austauschbar sind.